Einige Informationen zum Thema Impfen

23.09.2004
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Übersicht zu den Themen

01. Impftabelle für Kinder
02. Typhus-Impfung
03. Grippe-Impfung (Influenza-Impfung)
04. FSME-Impfung
05. Diphtherie-Impfung
06. Tetanus-Impfung (Wundstarrkrampf)
07. Fernreisenplanung




01. Impftabelle für Kinder


Wann sollten Sie Ihr Kind gegen welche Krankheit impfen lassen (zusammengestellt nach den Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO), Stand: Juli 2002)?

2. Lebensmonat

Erste Impfung gegen Hepatitis B, Diphtherie ,Tetanus und Keuchhusten (kombinierter Impfstoff gegen alle drei Krankheiten), Haemophilus influenzae Typ b, Kinderlähmung.

3. Lebensmonat

Zweite Impfung gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten.

4. Lebensmonat

Zweite Impfung gegen Haemophilus influenzae Typ b, Kinderlähmung, Hepatitis B.
Dritte Impfung gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten.

11.- 14. Lebensmonat

Erste Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln (ein kombinierter Impfstoff gegen alle drei Krankheiten).
Dritte Impfung gegen Haemophilus influenzae Typ b, Kinderlähmung, Hepatitis B.
Vierte Impfung gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten.

15.- 23. Lebensmonat

Zweite Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln.

4.- 5. Lebensjahr

Auffrischimpfung gegen Diphtherie, Tetanus

9.- 17. Lebensjahr

Auffrischimpfung gegen Kinderlähmung, Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten Grundimmunisierung (falls noch nicht geschehen), Hepatitis B.

Anmerkung: Bei der Verwendung von Kombinationsimpfstoffen können die Zeitabstände gemäß Herstellerangaben variieren.


Deutsche Impfmuffel verhindern Ausrottung

Bis zum Jahr 2007 sollen z.B. die Masern nach einem Plan der WHO in Europa durch Vorsorgeprogramme ausgerottet sein, und das geht nur, wenn möglichst flächendeckend alle an der Impfung teilnehmen. Doch die Deutschen, ohnehin der kollektiven Impfmüdigkeit bezichtigt, folgen dem Aufruf zum Impfen nach Plan vergleichsweise zögernd.

Zwischen 80 und 90 Prozent der Erstklässler hatten zu Beginn des Schuljahres 1998/99 eine Masern-Impfung in ihrem Impfbuch dokumentiert. Bei Mumps, Röteln und Keuchhusten liegen die Werte noch niedriger. Und bei den Zweitimpfungen, die für den Aufbau des vollen Immunschutzes notwendig sind, liegt die Quote gar bei mageren 15 bis 20 Prozent. Wie Heinz-Josef Schmitt von der Universitäts-Kinderklinik in äußert, ist das zu wenig: "Um einen Erreger wie das Masern-Virus aus der Bevölkerung zu eliminieren", argumentiert der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Berliner Robert Koch-Institut, "müssen mindestens 95 Prozent der Kinder in den ersten beiden Lebensjahren geimpft sein." Die steigende Zahl mündiger Eltern, die sich über die Empfehlungen der STIKO hinwegsetzen und selbst über Umfang und Zeitpunkt der Impfungen entscheiden, verzögert die international angestrebte Ausrottung des Krankheitserregers.

Ausscherer brauchen eigene Strategie

Wer sich nicht an die Empfehlungen der STIKO hält, geht für seine Kinder ein eigenes Risiko ein. Nicht nur, dass die Kinder sich in Kindergarten oder Schule anstecken könnten. Das Problem ist, dass mit steigenden Impfraten in der Bevölkerung für die Nicht-Geimpften das Risiko zunimmt, erst als Jugendliche oder Erwachsene an Krankheiten wie Mumps, Masern oder Röteln zu erkranken. Je älter aber die Infizierten sind, desto gravierender sind die Komplikationen. Viele Eltern, die eine natürliche Infektion dem Impfen nach Plan vorziehen, wählen deshalb eine Doppelstrategie.

Sie beschränken sich im Säuglingsalter ihrer Kinder auf die kaum umstrittenen Basisimpfungen gegen das Bakterium Haemophilus influenzae Typ b (Hib), Diphtherie oder Tetanus. Wenn bis zum Beginn der Pubertät keine weiteren Kinderkrankheiten aufgetreten sind, holen sie die empfohlenen Impfungen gegen Mumps oder Röteln nach, um eine durch das Mumps-Virus verursachte Unfruchtbarkeit (bei Jungen) oder die gefürchtete Röteln-Embryoapathie während einer Schwangerschaft auszuschließen.


02. Typhus- Impfung


Was ist Typhus?

Typhus ist eine schwere Durchfallerkrankung, die durch Bakterien aus der Familie der Salmonellen verursacht wird. Sie tritt weltweit vor allem in warmen Ländern mit schlechten Hygienebedingungen auf. Der Erreger kann sich jedoch auch in unseren Klimazonen ausbreiten, nämlich unter schlechten hygienischen Verhältnissen bei Katastrophen und Kriegen. Die Krankheit wird über Lebensmittel und Trinkwasser übertragen, die durch Fäkalienrückstände verunreinigt sind. Daher ist es wichtig, konsequent Hygienemaßnahmen zu befolgen: Trinkwasser sollte abgekocht, Lebensmittel gekocht oder geschält werden. Achtung: Nicht jeder, der den Erreger in sich trägt, erkrankt auch. Bis zu fünf Prozent der Infizierten sind Salmonellen-Dauerausscheider. Sie sind gesund, geben aber über den Stuhl ständig Salmonellen ab, ohne es zu wissen. Sie stellen eine ständige Infektionsquelle für Mitmenschen dar. Typhus kann zwar mit Antibiotika behandelt werden, die Erreger sind jedoch inzwischen gegen manche Mittel immun.

Wann ist die Impfung sinnvoll?

Die Impfung gegen Typhus ist sinnvoll für Reisen unter einfachen Lebensbedingungen, in Ländern mit unzureichender Hygiene und Trinkwasserversorgung. Speziell bei Reisen in die Gebiete Asiens und Nordafrikas in denen Typhus ständig auftritt (Endemiegebiete). Aber auch in Regionen, in denen durch Katastrophen oder Kriege Typhusepidemien ausbrechen. Die Impfung ist für Kinder ist ab dem zweiten Lebensjahr möglich.

Was ist die Typhus-Impfung?

Es gibt eine Schluckimpfung und eine Impfung in Spritzenform. Die Schluckimpfung ist ein Lebendimpfstoff. Der Impfstoff besteht aus lebenden, aber abgeschwächten Typhus-Bakterien, die die Krankheit nicht mehr auslösen können. Die Spritze enthält einen Totimpfstoff und zwar Bestandteile der Zellwand der Typhus-Bakterien. Auch sie können die Krankheit nicht mehr auslösen. Ob die Schluckimpfung oder die Spritzimpfung verwendet wird hängt von verschiedenen Umständen ab. Z.B. verliert der Schluckimpfstoff an Wirksamkeit wenn gleichzeitig Magen-Darm-Infekte vorliegen oder der Patient Antibiotika nehmen muss. Für immungeschwächte Personen ist er außerdem nicht geeignet. Außerdem sind bei der Schluckimpfung mehrere Dosen an verschiedenen Tagen nötig. Da der Wirkstoff sehr temperaturempfindlich ist, ist er für kurz entschlossene Reisen nicht geeignet. Beide Impfungen sind aktive Impfungen. Aktiv deshalb, da der Körper nach der Impfung Abwehrstoffe (Antikörper) gegen die Keime bildet. Infiziert man sich später mit echten Typhus-Bakterien, werden sie von diesen Antikörpern abgefangen. Dadurch wird ein Ausbruch der Krankheit verhindert.

Wie oft muss man impfen?

Die Schluckimpfung wird dreimal im Abstand von jeweils zwei Tagen eingenommen (Tage 0, 2, 4). Die Kapseln müssen in diesem Zeitraum kühl gelagert werden. Der Impfschutz setzt 10 Tage nach der letzten Einnahme ein. Die Spritze muss nur einmal geimpft werden. Der Impfschutz setzt 7-14 Tage danach ein. Die Sicherheit beider Impfungen liegt bei ungefähr 60 Prozent. Das bedeutet, dass sechs von zehn geimpften Personen tatsächlich einen Schutz besitzen. Die Impfungen sind mindestens ein Jahr wirksam, danach nimmt die Zahl der Antikörper laufend ab. Bei Reisen in Endemiegebiete ist deshalb die jährliche Impfung empfehlenswert. Zeitabstände zu anderen Impfungen muss man nicht einhalten.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Bei der Injektion treten gelegentlich leichte Reaktionen an der Injektionsstelle und leichte Allgemeinreaktionen, wie Abgeschlagenheit, Muskelschmerzen oder Temperaturerhöhung auf. Bei der Schluckimpfung sind Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall oder Bauchschmerzen möglich.


03. Grippe-Impfung (Influenza-Impfung)


Was ist Grippe?

Grippe (Influenza) ist eine sehr ansteckende Infektionskrankheit der Atemwege. Der Urheber, das Influenza- Virus wird in der Regel über Tröpfcheninfektion, wie z.B. Niesen und Husten von einem Menschen auf den anderen übertragen. Das Virus schädigt die Schleimhaut der Atemwege und mindert ihre Abwehrkraft. Dadurch wird der Körper für weitere schwere Infektionen anfälliger - gefährliche Komplikationen wie Lungenentzündung und Herzmuskelentzündung können die Folge sein. Grippe ist die Infektionskrankheit, an der in Deutschland die meisten Menschen sterben. Bei jungen Personen, die keine zusätzliche Erkrankung haben, verläuft die Erkrankung in der Regel ohne Komplikationen. Für Kinder, ältere Menschen mit Vorerkrankungen und Patienten mit Abwehrschwäche stellt die Grippe unter Umständen eine tödliche Bedrohung dar. Grippezeit ist auf der Nordhalbkugel von Dezember bis April, auf der Südhalbkugel von Juni bis Oktober.

Wann ist die Impfung sinnvoll?

Die Grippe-Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen für:

- Alle Personen über 60 Jahren, denn die Leistungsfähigkeit des Immunsystems nimmt mit dem Lebensalter ab.

- Kinder und Erwachsene mit Grunderkrankungen: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Bluthochdruck oder Angina pectoris, Lungenleiden wie Asthma, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, Leber- und Nierenerkrankungen, Organtransplantierte, HIV-Infizierte oder Leukämiepatienten. Diese Erkrankungen schränken die Leistungsfähigkeit des Immunsystems stark ein.

- Menschen, die mit vielen Personen in Kontakt kommen und damit einer erhöhten Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind oder selbst die Infektion auf andere übertragen können. Dazu gehören Lehrer, Busfahrer, Kaufhauspersonal, medizinische Berufe, Tätigkeiten in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr oder Personen, die in Pflege- oder Gemeinschaftseinrichtungen leben.

Die Impfung ist für Kinder ab dem 6.Lebensmonat möglich.

Was ist die Grippe-Impfung?

Die Grippe-Impfung erfolgt mit einem Totimpfstoff, das heißt der Impfstoff besteht aus Influenza-Viren, welche die Krankheit nicht mehr auslösen können. Die Impfung ist "aktiv" und wird gespritzt. Aktiv deshalb, da der Körper nach der Impfung Abwehrstoffe (Antikörper) gegen das Virus bildet. Infiziert man sich später mit echten Influenza-Viren, werden sie von diesen Antikörpern abgefangen. Vor Erkältungen schützt die Impfung nicht, denn Erkältungen werden von einer Vielzahl anderer Viren ausgelöst. Eine Erkältung ruft zwar ähnliche Beschwerden hervor, verläuft jedoch viel harmloser. Sie wird deshalb auch "grippaler Infekt" genannt.

Wie oft muss man impfen?

Die Impfung muss jährlich wiederholt werden. Denn das Virus ändert seine Oberfläche jedes Jahr, trägt also gewissermaßen immer ein neues Kleid. So überlistet es das Gedächtnis unseres Immunsystems. Diese Veränderung entstehen meistens durch punktuelle Erbgutveränderungen. Grippewellen solchen Ursprungs bleiben auf bestimmte Gebiete oder Länder begrenzt (Epidemie). Hin und wieder vermischen zwei Virusarten ihr Erbgut. Solche Grippewellen sind durch länderübergreifenden Ausbreitungen (Pandemie) und wesentlich höhere Todesraten gekennzeichnet. Pandemien traten bisher in Abständen von 11-40 Jahren auf, die letzte 1989. Die veränderten Viren haben ihren Ursprung häufig in Asien. Bis die Grippewelle Europa erreicht hat, haben Wissenschaftler die neuen Viren identifiziert und wirksame Impfstoffe entwickelt. Auf der Südhalbkugel können die Grippe-Viren anders aussehen. Für Fernreisen muss dann eventuell eine wirksame Impfung aus dem Ausland importiert werden. Deshalb: Rechtzeitig an die Impfung denken.

Eine einmalige Injektion ist ausreichend. Der Impfschutz beginnt ungefähr 14 Tage nach der Impfung. Lassen Sie sich deshalb rechtzeitig vor Beginn der Erkältungssaison impfen. Also im Herbst in den Monaten von September bis November. Beachten Sie bei Reisen auf die Südhalbkugel, dass die Grippe im dortigen Winter, also in den Monaten Mai bis Oktober auftritt. Der Impfschutz ist sehr zuverlässig. Zeitabstände zu anderen Impfungen sind nicht erforderlich.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Die Impfung ist im Allgemeinen sehr gut verträglich. Möglich sind leichte Reaktionen an der Injektionsstelle und Allgemeinreaktionen, wie Abgeschlagenheit, Magen-Darm-Beschwerden oder Temperaturerhöhungen.


04. FSME-Impfung


Was ist FSME?

Die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) ist eine entzündliche Erkrankung des Gehirns oder der Hirnhäute, die durch das FSME- Virus ausgelöst wird. Das Virus wird vor allem in den Monaten März bis November durch Zeckenstiche übertragen. Die FSME-Erreger befinden sich in den Speicheldrüsen der Zecke und werden sofort beim Stich in die Wunde übertragen. Die sofortige Entfernung der Zecke schützt daher nicht vor FSME.

Wann ist die Impfung sinnvoll?

FSME tritt nur in bestimmten Gebieten (Endemie) auf. In Deutschland zählen dazu der Bayerische Wald, der Schwarzwald und der Odenwald. Außerhalb Deutschlands sind vor allem Österreich und Osteuropa betroffen sowie das östliche Sibirien. Da nach Ausbruch der Krankheit eine Therapie sehr schwierig ist, wird die Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) allen Menschen empfohlen, die in virusverseuchten Regionen leben oder dorthin reisen. Die Impfung wird am besten im Winter durchgeführt, dann ist der Impfschutz schon zu Beginn der Zeckenaktivität im Frühjahr vorhanden.

Was ist die FSME-Impfung?

Für die aktive Impfung gegen FSME wird ein Totimpfstoff verwendet, das heißt der Impfstoff enthält FSME-Viren, welche die Krankheit nicht mehr auslösen können. Der Impfstoff wird gespritzt. Bei einer aktiven Impfung bildet der Körper Abwehrstoffe (Antikörper) gegen die Viren. Infiziert man sich später mit echten FSME-Erregern, werden sie von diesen Antikörpern abgefangen. Dadurch wird ein Ausbruch der Krankheit verhindert.

Die Impfung ist für Kinder ab dem 1. Lebensjahr möglich. Für Patienten, die nicht aktiv geimpft sind, gibt es nach einem Zeckenstich auch noch die Möglichkeit einer passiven Impfung. Sie besteht aus bereits fertigen Abwehrkörpern. Die passive Impfung muss möglichst frühzeitig, spätestens jedoch innerhalb von vier Tagen nach dem Zeckenstich gespritzt werden. Allerdings verhindert sie nicht zuverlässig eine Erkrankung. Kinder dürfen sie erst ab dem 14. Lebensjahr erhalten.

Eine weitere Erkrankung, die nicht nur in speziellen Gebieten, sondern überall auf der Welt von Zecken übertragen wird, ist die von Bakterienausgelöste Borelliose. Eine Impfung schützt nicht vor Borelliose. Diese Erkrankung kann aber gut mit Antibiotika behandelt werden.

Wie oft muss man impfen?

Die aktive Impfung besteht aus drei Injektionen. Die ersten beiden im Abstand von einem bis drei Monaten und eine dritte Impfung nach neun bis zwölf Monaten (Monate 0, 1-3, 9-12). Wenn es schnell gehen muss kann man auch zwei Impfungen im Abstand von einer Woche geben und eine dritte zwei Wochen später (Tage 0, 7, 21). Der Impfschutz beginnt ungefähr 14 Tage nach der zweiten Impfung und hält drei Jahre an, bei dem beschleunigten Impfschema allerdings nur 12 Monate.

Der Impfschutz ist sehr zuverlässig. Zu anderen Impfungen muss man Zeitabstände beachten.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Möglich sind leichte Reaktionen an der Injektionsstelle und Allgemeinreaktionen, wie Abgeschlagenheit, Magen-Darm-Beschwerden oder Temperaturerhöhungen. Selten treten Nervenentzündungen auf.


05. Diphtherie-Impfung


Was ist Diphtherie?

Diphtherie ist eine schwere Erkrankung der Atemwege, die durch das Gift des Diphtherie- Bakteriums (Corynebaktrium diphteriae) hervorgerufen wird. Ohne rechtzeitige Behandlung verläuft die Erkrankung oft tödlich, da sie zu Atemnot und Erstickungsanfällen führt. Im Volksmund hieß die Erkrankung früher "Würgeengel" der Kinder. Bei schwerem Verlauf der Erkrankung drohen Schäden im Gehirn oder am Herzen.

Welche Impfungen gibt es?

Da der Impfplan von Babys und Kleinkinder sehr vollgepackt ist, versucht man möglichst viele Impfungen zu kombinieren um den kleinen Patienten die häufigen Piekse zu ersparen. Heute kann man die Impfstoffe gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Kinderlähmung, Haemophilus influenzae Typ b und Hepatitis B zusammen spritzen. Nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) startet der Impfkalender im dritten Lebensmonat. Die Impftermine werden in der Regel bei der Vorsorgeuntersuchung U3 festgelegt. Die Impfung ist eine aktive Impfung. Aktiv deshalb, da der Körper nach der Impfung Abwehrstoffe (Antikörper) gegen das Bakteriengift bildet. Infiziert man sich später mit echten Diphtherie-Erregern, wird ihr Gift von diesen Antikörpern abgefangen. Dadurch wird ein Ausbruch der Krankheit verhindert. Eine aktive Impfung bietet Schutz über einen längeren Zeitraum. Verschieben Sie die Impfung in Absprache mit Ihrem Arzt, wenn Ihr Kind hohes Fieber hat oder schwer krank ist. Dann ist das Immunsystem mit der Abwehr anderer Krankheitserreger beschäftigt und bildet womöglich keine Abwehrstoffe gegen das Diphtheriegift. Eine leichte Erkältung dagegen ist kein Hindernisfür eine Impfung.

Wie wird geimpft?

Der Impfstoff wird in einen Muskel gespritzt (intramuskulär, i.m.). Entweder seitlich in den Po, in den Oberarm- oder in den Oberschenkelmuskel.

Nebenwirkungen der Impfung

Die heutigen Impfstoffe sind gut verträglich. Früher verwendete man den kompletten, aber abgetöteten Diphtherie-Erreger, was häufig zu harmlosen, aber lästigen Impfreaktionen mit Fieber führte. Die neuen Impfungen sind spezielle Totimpfstoffe, die nur aus dem abgeschwächten Gift des Diphtherie-Bakteriums bestehen. Die Nebenwirkungen hängen von der Kombination der Impfstoffe ab. Der Diphtherie-Impfstoff alleine ruft manchmal an der Impfstelle eine Hautrötung, eine kleine Schwellung oder Verhärtung auf, die meist von allein wieder verschwindet. Gelegentlich treten kurzes Fieber oder Übelkeit auf. Nur sehr selten klagen Patienten nach Auffrischungsimpfungen über Hitzegefühl, Hautausschlag, Lymphknotenschwellung oder allergische Reaktionen und Magen-Darm-Beschwerden.

Wie lange hält der Impfschutz an?

Die Impfschutzdauer beträgt bei Kindern zwischen fünf und sechs Jahren. Deshalb ist eine Auffrischung nötig, wenn das Kind in die Schule kommt. Dabei wird die Diphtherie-Impfung meistens mit der Tetanus-Impfung kombiniert. Die nächste Auffrischung erfolgt im Alter zwischen 9 und 17 Jahren ebenfalls in Kombination mit der Tetanus-Impfung und zusätzlich in Verbindung mit den Impfungen gegen Kinderlähmung und Keuchhusten. Um den Impfschutz zu erhalten müssen Erwachsene sich anschließend alle 10 Jahre gegen Diphtherie und Tetanus nachimpfen lassen. Zum Auffrischen genügt eine einzelne Impfdosis, auch wenn die letzte Impfung schon länger als 10 Jahre zurückliegt. War die letzte Impfung beispielsweise vor 12 Jahren, hatte man zwar 2 Jahre eine Impflücke. Mit einer einmaligen Auffrischung ist der vollständige Impfschutz aber wieder hergestellt. Die frühere Auffassung, dass man nach versäumter Auffrischung wieder eine komplette Grundimmunisierung benötigt, hat sich nicht bestätigt. Die Auffrischung gegen Kinderlähmung ist im Erwachsenenalter nur noch dann nötig, wenn man in Gebiete mit mangelndem Hygienestandard reist in denen diese Krankheit häufiger auftritt. Keuchhusten muss nicht mehr aufgefrischt werden.

Wie wichtig ist die Impfung?

Die Impfung wird von der Ständigen Impfkommission der Bundesrepublik Deutschland (STIKO) für alle Kinder und Erwachsenen empfohlen und muss regelmäßig aufgefrischt werden. Weil ein großer Teil der Bevölkerung geimpft ist, ist die Häufigkeit der Diphtherie in den Industriestaaten deutlich zurückgegangen. Allerdings gibt es auch heute noch Impflücken in der Deutschland. Dadurch kommt es vereinzelt zu Epidemien.

Diphtherie ist in den osteuropäischen Staaten und der ehemaligen Sowjetunion relativ weit verbreitet (50 000 gemeldete Fälle 1995, davon 1500 Todesfälle). Die WHO berichtet, dass 1996 weltweit 100 000 Menschen an Diphtherie erkrankt und 8000 gestorben sind. Das Risiko, bei Kontakt mit dem Erreger auch zu erkranken, liegt zwischen 15 bis 20 Prozent. Besonders Erwachsene besitzen häufig keine schützenden Antikörper gegen Diphtherie. In den letzten Jahren tritt die Erkrankung wieder häufiger auf, da sie zunehmend durch Reisen in osteuropäische Länder eingeschleppt wird.


06. Tetanus-Impfung (Wundstarrkrampf)


Was ist Tetanus?

Tetanus ist eine schwere Erkrankung, die durch das Gift des Tetanus- Bakteriums (Clostridium tetani) hervorgerufen wird. Bei infizierten Menschen erstarrt die Muskulatur des ganzen Körpers krampfartig. Im Verlauf der Erkrankung können die Patienten nicht mehr sprechen und die Atmung setzt aus. Weltweit sterben rund 50 Prozent der Erkrankten. Der Tetanuserreger tritt weltweit auf und ist praktisch überall vorhanden.

Wann ist die Impfung sinnvoll?

Die Tetanus-Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Menschen jeden Alters in Deutschland empfohlen und gehört damit zu den Standardimpfungen.

Was ist die Tetanus-Impfung?

Die Tetanus-Impfung ist eine sogenannte Totimpfung, weil der Impfstoff aus dem abgeschwächten Gift des Tetanus-Bakteriums besteht. Das Serum wird "aktiv" mit der Spritze geimpft. Die Bezeichnung "aktiv", weil der Körper nach der Impfung Abwehrstoffe (Antikörper) gegen das Bakteriengift bildet. Infiziert man sich später mit echten Tetanus-Erregern, wird ihr Gift von diesen Antikörpern abgefangen. Dadurch wird ein Ausbruch der Krankheit verhindert. Eine aktive Impfung bietet Schutz über einen längeren Zeitraum.

Wie oft muss man impfen?

Normalerweise findet die Grundimmunisierung bereits bei Säuglingen zusammen mit den anderen Standardimpfungen gegen Diphtherie, Kinderlähmung, Keuchhusten, Haemophilus influenzae Typ b, Hepatitis B und Mumps, Masern, Röteln in mehreren Schritten statt. Aufgefrischt wird mit je einer Injektion im 6. Lebensjahr und zwischen dem 11. und 15. Lebensjahr. Anschließend nur noch alle 10 Jahre. Die Auffrischung geschieht am besten in Kombination mit der Diphtherie-Impfung. Kinder bis 18 Jahre, Reisende und medizinisches Personal, tragen zudem ein höheres Risiko, sich mit Kinderlähmung zu infizieren. Für sie ist die Dreifach-Impfung gegen Tetanus, Diphtherie und Kinderlähmung als Auffrisch-Impfung geeignet. Wurde die Impfung als Kind versäumt, kann man die Grundimmunisierung mit drei Injektionen jederzeit nachholen. Wenn Sie nicht wissen, ob sie als Kind geimpft wurden, wird ebenfalls eine komplette Grundimmunisierung empfohlen. Selbst wenn Sie geimpft waren, schaden die zusätzlichen Impfungen nicht. Der Impfschutz ist sehr zuverlässig. Zeitabstände zu anderen Impfungen muss man nicht unbedingt einhalten.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Möglich sind leichte Reaktionen an der Injektionsstelle und Allgemeinreaktionen, wie Abgeschlagenheit, Magen-Darm-Beschwerden oder Temperaturerhöhungen.


07. Fernreisenplanung


Fernreisen beginnen nicht mit dem Betreten der Gangway zum Flugzeug oder zum Schiff. Auswahl des Urlaubsziels, Einstimmung in die Urlaubswelt und Planung beginnen schon weit im Vorfeld. Die Vorfreude soll also im Urlaub eine Steigerung erfahren.

Wer keinen Wert auf unliebsame Mitbringsel legt...
Wer später von seiner Reise als ungetrübtem Erlebnis seinen Freunden berichten will...
Wer den Abenteuerurlaub als Survival of the Fittest verstehen will...

...dem sei geraten, ca. zwei Monate vor dem Reiseantritt eine reisemedizinische Beratung in Anspruch zu nehmen.

Welche klimatischen und geografischen Besonderheiten sind zu erwarten?
Wie kann ich dem Jetlag und dem Economy-Class-Syndrom begegnen?
Wie weit muss mein Impfstatus vervollständigt werden?
Ist eine Malariaprophylaxe erforderlich?
Wie soll meine Reiseapotheke zusammengesetzt sein?
Und nicht zuletzt: Ist mein Gesundheitszustand für die Reise optimal vorbereitet?