Bluthochdruck (Hypertonie)
Übersicht zu den Themen
01.
Was ist Bluthochdruck?
02.
Ermittlung des Blutdruckwertes
03.
Was ist die Ursache von Blutdruckhochdruck?
04.
Was sind die Symptome für Bluthochdruck?
05.
Wie wird Bluthochdruck diagnostiziert?
06.
Wie wird Bluthochdruck behandelt?
07.
Was können Sie selbst tun?
08.
Welche Komplikationen können auftreten und wie ist die Prognose?
01. Was ist Bluthochdruck?
Bluthochdruck (Hypertonie) ist eine krankhafte Steigerung des Drucks in den Arterien auf einen systolischen Wert von über 140 mmHg und eineniastolischen Wert über 90 mmHg. Nach Einschätzung der Deutschen Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdrucks (Hochdruckliga) liegt der ideale Blutdruck bei 120/80 mmHg. Derzeit wird in Studien untersucht, ob der als noch normal bezeichnete Blutdruck zwischen 130-139/85-89 mmHg schon Schäden verursachen kann und deshalb behandelt werden sollte.
02. Ermittlung des Blutdruckwertes
Der Blutdruck wird an den Schlagadern, bevorzugt am Oberarm oder Oberschenkel gemessen. Der Blutdruck hängt vom Blutvolumen, dem Gefäßwiderstand und der Kraft ab, mit der das Herz das Blut in das Gefäßsystem pumpt. Der Blutdruck wird mit zwei Zahlen angegeben, z.B. 120 zu 80, geschrieben 120/80. Gemessen wird traditionell in Millimetern auf der Quecksilbersäule (mm Hg):
- Der erste Wert gibt den systolischen Blutdruck an, dies ist der höchste Druck, der bei der Kontraktion des Herzens erreicht wird.
- Der zweite Wert gibt den diastolischen Blutdruck an, dies ist der geringste Druck, der in den Schlagadern herrscht, während das Herz sich mit Blut füllt.
In Deutschland leidet jeder fünfte Erwachsene über 40 Jahren an hohem Blutdruck. Sehr viele Patienten wissen nichts davon, weil Bluthochdruck lange Zeit keine Beschwerden verursacht. Erkannt wird er erst, wenn bereits Schäden an den Gefäßen eingetreten sind.
03. Was ist die Ursache von Blutdruckhochdruck?
Die genauen Hintergründe für den Bluthochdruck lassen sich zur Zeit nicht mit absoluter Sicherheit aufzählen. In der Mehrzahl aller Fälle sind keine organischen Ursachen feststellbar. Mediziner sprechen von primärer oder essentieller Hypertonie. Bluthochdruck kann jeden treffen, es gibt allerdings einige Risikofaktoren, welche die Entstehung begünstigen:
- Familiäre Neigung zu erhöhtem Blutdruck
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
- Stress
- hoher Salzkonsum
Überdurchschnittlich oft tritt die primäre Hypertonie in Zusammenhang mit anderen Erkrankungen wie Übergewicht, Typ 2-Diabetes, hohen Blutfettwerten und Gicht auf. Ärzte sprechen dann vom Metabolischen Syndrom.
Die sekundäre Hypertonie ist die Folge einer anderen Erkrankung. Dazu zählen am häufigsten Erkrankungen der Nieren (Verengungen an den Nierenarterien oder chronische Nierenleiden) oder Veränderungen im Hormonhaushalt.
04. Was sind die Symptome für Bluthochdruck?
Bluthochdruck verursacht normalerweise kaum Beschwerden. Schwindelgefühle, Kopfschmerz oder Nervosität können jedoch erste Anzeichen sein. Plötzlich auftretende sehr starke Blutdruckerhöhungen können zu einem so genannten hypertensiven Notfall führen. Folgende Symptome können dabei auftreten:
- Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen
- Taubheitsgefühl oder Ausfall der Durchblutung in Händen und Füßen
- Nasenbluten
- Aufhusten von blutigem Sekret
- Schwerer Atemnot
- Herzenge (Angina pectoris)
- Schlaganfallgefährdung
05. Wie wird Bluthochdruck diagnostiziert?
Die wichtigste Untersuchung ist die Blutdruckmessung. Die einmalige Messung sagt aber noch nichts über einen behandlungsbedürftigen Bluthochdruck aus. Momentane Nervosität aufgrund der Untersuchung kann beispielsweise den Blutdruck vorübergehend erhöhen (Weißkittelsyndrom). Um zuverlässige Ergebnisse zu erreichen, werden daher wiederholte Messungen oder Langzeitmessungen (über 24 Stunden) empfohlen. Weitere Diagnostik, wie Blut- und Urinproben oder Ultraschall der Nieren, dient der Abgrenzung des primären zum sekundären Bluthochdruck. Zusätzlich werden Untersuchungen durchgeführt, um Folgeerkrankungen der Hypertonie wie die Arteriosklerose zu erkennen: Untersuchung von Augenhintergrund, Herzen und Nieren.
Leider wird der Bluthochdruck häufig erst erkannt, wenn er bereits die Blutgefäße geschädigt hat (Arteriosklerose). Betroffen sind vor allem die Gefäße von Herz, Gehirn, Nieren und Augen. Auf Dauer erleidet auch der Herzmuskel Schäden, die Folge ist oftmals Herzschwäche.
06. Wie wird Bluthochdruck behandelt?
Zunächst wird versucht mit Allgemeinmaßnahmen wie regelmäßiger körperlicher Belastung oder Einschränkung des Salzkonsums unter sechs Gramm pro Tag den Blutdruck zu senken. Bei sekundärer Hypertonie wird die Grunderkrankung behandelt. Eine Einengung der Nierenarterien (Nierenarterienstenose) lässt sich beispielsweise operieren.
Mit folgenden Medikamenten kann erhöhter Blutdruck behandelt werden:
- ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten wirken gefäßerweiternd und damit blutdrucksenkend. Sie hemmen ein Hormon, das gefäßverengend wirkt und entlasten so das Herz.
- Harntreibende Medikamente (Diuretika) befreien den Körper von überschüssigen Salzen und zu viel Flüssigkeit. Dadurch wird das Blutvolumen verringert, der Gefäßwiderstand fällt. Diuretika werden in Thiazide, Schleifen-Diuretika und kaliumsparende Diuretika unterteilt, jedes wirkt auf einen anderen Teil der Niere. Manchmal verschreibt der Arzt Kombinationspräparate. Da die Medikamente dem Körper Mineralstoffe entziehen, wird oft Kalium zugesetzt. Alternativ können Kaliumtabletten eingenommen werden.
- Betablocker hemmen die Wirkung von Stresshormonen. Das Herz wird entlastet und schlägt etwas langsamer.
- Alphablocker hemmen bestimmte Rezeptoren in den Gefäßwänden. Dadurch entspannen sich die Gefäße, und der Blutdruck fällt.
- Kalziumblocker senken die Spannung in den Gefäßwänden. Dadurch fällt der Blutdruck, das Herz muss weniger angestrengt arbeiten. Außerdem wirken sie leicht entspannend auf Herzmuskelzellen und senken so den Sauerstoffbedarf des Herzens.
Meist beginnt die Behandlung nur mit einer Substanzklasse. Lässt sich der Blutdruck damit nicht erfolgreich senken, werden mehrere Medikamente kombiniert.
07. Was können Sie selbst tun?
Sie können selbst viel dazu beitragen um hohen Blutdruck besser in den Griff zu bekommen.
- Kontrollieren Sie Ihren Blutdruck regelmäßig, wenn Sie zu einer der oben genannten Risikogruppen gehören. Es gibt eine Reihe automatischer Blutdruckmessgeräte, die Sie auch selbst zu Hause bedienen können. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.
- Achten Sie auf Ihr Gewicht. Sie sollten sich abwechslungsreich und fettarm ernähren.
- Machen Sie regelmäßig Sport.
- Schränken Sie den Genuss von Alkohol ein.
- Vermeiden Sie starke Anspannung. Entspannungstechniken können helfen, mit Stress-Situationen besser umzugehen.
- Falls medizinische Behandlung erforderlich ist, muss diese meist lebenslang eingehalten werden. Setzen sie die Behandlung deshalb auf keinen Fall ohne ärztliche Rücksprache ab. Eine Normalisierung des Blutdrucks ist Folge der Behandlung und kein Zeichen, dass diese überflüssig ist!
Trügerischerweise fühlen sich Patienten mit hohem Blutdruck oft eher wohl, lebendiger als nach einer Absenkung in einen normalen Bereich. Trotzdem ist die Senkung des Bluthochdrucks notwendig, um Folgeerkrankung vorzubeugen.
08. Welche Komplikationen können auftreten und wie ist die Prognose?
Am häufigsten führt chronischer Bluthochdruck zu einer Arterienverkalkung. Diese ist mit steigendem Alter ein natürlicher Prozess, der durch Bluthochdruck jedoch beschleunigt wird.
Mögliche Folgen der Arterienverkalkung sind:
- Schlaganfall
- Herzinfarkt
- Herzinsuffizienz
- Niereninsuffizienz
- Erblindung
Wird erhöhter Blutdruck nicht behandelt, steigt das Risiko für Folgeschäden. Durch eine Normalisierung des Blutdrucks können diese jedoch vermieden werden.
Weiterführende Informationen können Sie auf der Webpage der Deutschen Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdrucks (
Hochdruckliga) erhalten.