Wissenschaftliche Nachrichten

23.09.2004
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Alzheimer-Krankheit

Übersicht zu den Themen

01. Was ist die Alzheimer-Krankheit?
02. Wie entsteht die Alzheimer-Krankheit?
03. Was sind typische Anzeichen der Alzheimer-Krankheit?
04. Wie erkennt der Arzt die Krankheit?
05. Woran erkennt der Patient die Erkrankung - zehn Warnsignale?
06. Wie wird die Alzheimer-Krankheit behandelt?
07. Wie kann man der Alzheimer-Krankheit vorbeugen?
08. Wie ist die Prognose?


Hilfe für Angehörige und Erkrankte

Die "Alzheimer Gesellschaft Region Harz e.V." ist bemüht das Krankheitsbild Alzheimer und andere Demenzerkrankungen in der Öffentlichkeit aufzuklären.
Das Verständnis von Außenstehenden ist für Kranke und Angehörige wichtig und hilft das Schicksal Alzheimer anzunehmen. Ein Schicksal für das man sich nicht schämen muss.

Die Erkrankung dauert meistens viele Jahre, wobei sich der Gesundheitszustand der Betroffenen stetig verschlechtert. Es kommen eine Vielzahl von Fragen auf Kranke und Angehörige zu.
Mit der Arbeitsgemeinschaft Demenz Harz (AG DemHarz) bemühen wir uns das Schicksal zu meistern und den Betroffenen Menschen sinnvoll zu helfen.

01. Was ist die Alzheimer-Krankheit?


Die Alzheimer-Krankheit wird auch Morbus Alzheimer oder "Demenz vom Alzheimer-Typ" genannt. Unter dem Begriff Demenz versteht man den Verfall der geistigen Leistungsfähigkeit. Die Alzheimer-Krankheit zeichnet sich vor allem durch eine anfängliche Gedächtnisschwäche aus, die im Verlauf zunimmt und zum Totalverlust der Urteilsfähigkeit und der Persönlichkeit führen kann. Direkt nach Schlaganfällen ist die Alzheimerdemenz die häufigste schwere Störung der Hirnfunktion im Alter.

Ablagerungen im Gehirn stören die Impulsweiterleitung

Erstmals wurde diese Krankheit 1906 dokumentiert, als der bayerische Nervenarzt Alois Alzheimer über seine Patientin Auguste D. notierte: "Eine Frau von 51 Jahren zeigte als erste auffällige Krankheitserscheinung Eifersuchtsideen gegen den Mann. Bald machte sich eine rasch zunehmende Gedächtnisschwäche bemerkbar, sie fand sich in ihrer Wohnung nicht mehr zurecht, schleppte Gegenstände hin und her, versteckte sie, zuweilen glaubte sie, man wolle sie umbringen und begann, laut zu schreien." Als Auguste D. fünf Jahre später starb, untersuchte Alzheimer deren Gehirn und fand darin steinharte Ablagerungen, die so genannten Plaques und Fibrillen.

Mit der steigenden Lebenserwartung wurde in den Industrieländern immer häufiger jene Krankheit diagnostiziert, die heute Alzheimers Namen trägt. Schwere Gedächtnisstörungen, Verfolgungswahn, Schlaflosigkeit und Unruhe sind die wichtigsten Anzeichen; allerdings können diese Symptome auch bei anderen Krankheiten einzeln oder in Kombination auftreten, wie zum Beispiel im Falle von Altersdemenz und Schlaganfall.

Rund 800.000 Alzheimer-Patienten leben in Deutschland, sechs Millionen sind es in Europa und vier Millionen in den Vereinigten Staaten. Das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, wächst dabei mit zunehmendem Alter. Schätzungen zufolge sind in den westlichen Ländern etwa fünf Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre und rund 20 Prozent der Bevölkerung über 80 Jahre betroffen. Weil Frauen im Durchschnitt länger leben als Männer, ist ihr Risiko, an Alzheimer zu erkranken, somit deutlich erhöht. Nimmt das Lebensalter, das die Menschen heute erreichen, weiterhin stetig zu, so werden auch die Zahlen der Betroffenen in den nächsten Jahrzehnten stark ansteigen. Obwohl Alzheimer als Alterskrankheit gilt, können seltenere erbliche Formen des Leidens bereits ab dem dreißigsten Lebensjahr ausbrechen.

Zwar ist die Alzheimer-Krankheit derzeit noch unheilbar, die Behandlungsmöglichkeiten haben sich aber in den letzten Jahren verbessert. Je früher die Alzheimer-Krankheit erkannt und behandelt wird, desto besser ist die Chance, den Krankheitsprozess zu verlangsamen.


02. Wie entsteht die Alzheimer-Krankheit?


Die Krankheit beginnt meist schon mehrere Jahrzehnte, bevor die ersten Symptome auftreten. Dabei entstehen im Gehirn Ablagerungen aus Eiweißbruchstücken, so genannte Amyloide. Forscher unterscheiden bei den Amyloiden mikroskopisch kleine Fasern, die Fibrillen, und kugelförmige Ablagerungen, die Plaques. Diese Ablagerungen verhindern offenbar, dass die Nervenzellen sich untereinander verständigen können. Im Laufe der Zeit sterben dann die Nervenzellen in den Regionen des Gehirns ab, die an der Entwicklung von Gedächtnis, Sprache und Denkfähigkeit beteiligt sind. Ob sie allerdings die Ursache oder eine Begleiterscheinung des Zelltodes darstellen, ist bisher nicht geklärt. Ebenso ist die eigentliche Ursache des Leidens noch immer unbekannt. Vieles deutet darauf hin, dass es mehrere Auslöser gibt.

Nur in Ausnahmefällen wird die Krankheit durch Genveränderungen ausgelöst und bricht dann schon in jüngerem Alter aus. Dies kann zum Beispiel passieren, wenn die Erbinformation des Amyloid-Vorläufer-Proteins (APP) geschädigt ist. Es bilden sich vermehrt schädliche Spaltprodukte von APP, die den wichtigsten Bestandteil der Plaques bilden. Ähnlich wirken sich Veränderungen anderer Gene aus, der Präseniline. Sie erhöhen die Aktivität von Schneidemolekülen, die das APP zerlegen, und beschleunigen deshalb ebenfalls die Klumpenbildung im Gehirn.

Der wichtigste genetische Risikofaktor ist ein Molekül (ApoE), welches am Transport von Cholesterin im Blut beteiligt ist. Die Erbinformation für ApoE kommt in drei Varianten vor. Eine Variante (ApoE4) erhöht das Krankheitsrisiko im statistischen Durchschnitt um das Vier- bis Fünffache, eine andere Variante (ApoE2) senkt das Risiko. Ein Bluttest kann zwar klären, welche dieser Genvarianten Sie tragen. Ärzte- und Patientenverbände empfehlen diesen Test jedoch nur im Rahmen ärztlicher Untersuchungen, um die Sicherheit der Diagnose zu erhöhen.


03. Was sind typische Anzeichen der Alzheimer-Krankheit? - allgemeine Beschreibung -


Typische Symptome sind
- Störungen des Kurzzeitgedächtnisses
- Denkschwierigkeiten
- Sprachstörungen
- Depressionen
- Eingeschränktes Urteilsvermögen
- Wahnvorstellungen
- Persönlichkeitsveränderungen

Eine Verschlechterung des Kurzzeitgedächtnisses als erstes Symptom ist meist schon im Alter von 60 bis 70 Jahren zu beobachten. Konzentrationsfähigkeit und Denkleistung lassen nach, Sprachstörungen treten auf, die Müdigkeit nimmt zu. Häufig treten in der Anfangsphase die Symptome einer Depression auf. Dazu kommen Verhaltensänderungen wie Verwirrtheit, Angst, Unruhe und Aggressivität. Den Betroffenen fällt es schwer, Dinge und Personen wieder zuerkennen; sie "leben in der Vergangenheit". Alltagsfähigkeiten wie Ankleiden, Essenszubereitung oder Einkaufen können sie nicht mehr bewältigen, schließlich verlieren sie die Kontrolle über ihre Körperfunktionen. Im Endstadium verstummen die Patienten oft, sind bettlägerig und völlig auf die Hilfe anderer angewiesen.


04. Wie erkennt der Arzt die Krankheit?


Obwohl immer wieder von einfachen Tests berichtet wird, kann Alzheimer mit letzter Sicherheit erst nach dem Tod eines Patienten festgestellt werden, wenn im Gehirn die typischen Ablagerungen zu finden sind. In der Praxis kommt es darauf an, so früh wie möglich eine möglichst sichere Diagnose zu stellen. Dabei wird der Arzt den Patienten und gegebenenfalls dessen Angehörige zunächst nach der Krankheitsgeschichte befragen und dann verschiedene Untersuchungen durchführen, die Hinweise auf neurologische und psychiatrische Erkrankungen ergeben können.

Dazu gehören neben der Entnahme einer Blutprobe die Erstellung eines Elektrokardiogramms (EKG) und die Überprüfung der Lungenfunktion. Die schmerzfreie, aber teure Abbildung des Gehirns mit Hilfe der Computer-Tomographie (CT) oder der Kernspin-Tomographie (MRT) wird nur bei einem Teil der Patienten durchgeführt - etwa dann, wenn der Arzt ausschließen will, dass die Beschwerden Folge eines Schlaganfalls oder eines Hirntumors sind. Allerdings sind bereits bildgebende Diagnoseverfahren in Entwicklung, die schrumpfende, betroffene Hirnstrukturen aufdecken und damit einen Beitrag zur Diagnosestellung der Alzheimererkrankung leisten können. Eine Darstellung der Hirnströme mit dem Elektroenzephalogramm (EEG) kann zwar durchgeführt werden, zeigt jedoch meistens unspezifische Veränderungen, die nicht beweiskräftig für eine Alzheimer-Demenz sind. Teure, aber relativ aussagekräftige Methoden sind die Single-Photon-Emissions-Tomographie (SPECT) und die Positronen-Emissions-Tomographie (PET). Diese zeigen bei einer vorliegenden Alzheimer-Demenz eine Verminderung der Durchblutung sowie des Stoffwechsels in bestimmten Bereichen des Gehirnes an. Wegen ihrer hohen Kosten werden diese Methoden jedoch nicht überall routinemäßig eingesetzt.

Verbreiteter sind die neuropsychologischen Tests. Mit einem kurzen Leistungstest ermittelt der Arzt beispielsweise durch wenige Fragen und Zeichnungen die geistige Leistungsfähigkeit. Am häufigsten wird der so genannte Mini-Mental Status Test eingesetzt, der etwa zehn Minuten dauert. Der Patient muss dabei Wörter behalten, rechnen, zeichnen und einfache Anweisungen befolgen. Beim nächsten Besuch kann der Test wiederholt werden, wobei der Vergleich der erzielten Werte einen Anhaltspunkt liefert, ob sich der Zustand des Patienten gebessert oder verschlechtert hat. Populär ist auch der Uhrentest, bei dem es gilt, ein Zifferblatt zu zeichnen, das auf 11:10 Uhr steht.

Obwohl es derzeit keine Aussicht auf Heilung gibt, kann die Diagnose Alzheimer für viele Patienten und Angehörige auch entlastend wirken, weil sie eine Zeit quälender Unsicherheit beendet. Nun kann gemeinsam über Vorsorgemaßnahmen entschieden werden. Die anstehenden Veränderungen lassen sich leichter bewältigen. Eine möglichst frühe Diagnose ist aber auch deshalb sinnvoll, weil die heute verfügbaren Medikamente zu Beginn der Krankheit am besten wirken und weil keine wertvolle Zeit verschwendet werden sollte.


05. Woran erkennt der Patient die Erkrankung? - zehn Warnsignale -


Lässt Sie Ihr Gedächtnis manchmal im Stich? Das muss nichts heißen. Jeder vergisst mal etwas, und im höheren Alter sind kleine Erinnerungslücken durchaus normal. Nimmt aber die Vergesslichkeit zu und beeinträchtigt Ihren gewohnten Tagesablauf, könnten das die ersten Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung sein. Nehmen Sie die Warnsignale ernst und sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

(I) Erinnerungsprobleme

Alzheimer-Patienten vergessen nicht nur gelegentlich, sondern häufig. Sie können sich schlecht erinnern und stellen immer wieder die gleichen Fragen, obwohl sie schon längst eine Antwort bekommen haben. Das Kurzzeitgedächtnis lässt nach. Sie vergessen beispielsweise Telefonnummern. Die Erlebnisse von gestern sind wie ausgelöscht. Oft erkennen sie vertraute Personen nicht mehr.

(II) Routineaufgaben - schwierig zu lösen

Betroffene kochen etwas, vergessen aber, es zu servieren, und vergessen dann auch noch, dass sie es jemals gekocht haben. Ihre Geschicklichkeit lässt nach: Sie knöpfen die Jacke falsch zu und binden die Schnürsenkel falsch zusammen.

(III) Sprachprobleme

An Alzheimer Erkrankte können ganz alltägliche Dinge nicht mehr benennen, vergessen Ausdrücke, benutzen falsche Worte, kreieren neue Begriffe oder umschreiben sie. Ihr Ausdruck wird unverständlich. Mitten im Gespräch verlieren sie den Faden.

(IV) Orientierungslosigkeit

Sie verirren sich in der eigenen Straße, haben vergessen, wie sie dorthin gekommen sind und wie sie wieder nach Hause finden. Sie wissen nicht, welcher Tag und welches Jahr gerade ist. Die Orientierung in Raum und Zeit geht verloren.

(V) Störungen des Urteils- und Denkvermögens

Normale Erwachsene können so abgelenkt sein, dass sie für einen Moment auf ihr Kind nicht aufpassen. Ein Alzheimer-Patient vergisst das Kind vollkommen und geht aus dem Haus. Sie erkennen Gefahren im Straßenverkehr nicht, können alltägliche Schwierigkeiten nicht lösen und berufliche und private Angelegenheiten nicht mehr regeln.

(VI) Probleme beim abstrakten und rationalen Denken

Telefonnummer vergessen? Kein Problem, sie lässt sich im Telefonbuch nachschlagen. Ein Betroffener weiß nicht, was die Nummern bedeuten, warum sie dort stehen und was er mit ihnen machen kann - nämlich telefonieren. Er verliert die Fähigkeit, vom Konkreten auf das Allgemeine zu schließen, Erklärungen zu begreifen und Rückschlüsse zu ziehen. Ihm fehlt das Verständnis für den Wert des Geldes - oder er erkennt die Uhrzeit nicht.

(VII) Konfuse Zerstreutheit

Wenn ein Betroffener aufräumt, legt er die Dinge an vollkommen ungeeignete Plätze. Bügeleisen finden sich in der Tiefkühltruhe, Armbanduhren in der Zuckerdose, Gläser im Bad - und er wird sie auch nicht mehr finden.

(VIII) Stimmungsschwankungen

Jeder hat mal schlechte Laune. Alzheimer-Patienten aber neigen zu abrupten Stimmungswechseln: Ausgeglichenheit, Tränen, Wutausbrüche, Niedergeschlagenheit, gute Laune. Alles nur innerhalb weniger Minuten.

(IX) Persönlichkeitsveränderungen

Betroffene verändern sich dramatisch und reagieren oft der Situation nicht angemessen, leicht reizbar, ängstlich, misstrauisch. Manchmal kehrt sich die vertraute Persönlichkeit ins Gegenteil um: Ein liebenswerter Mensch wird streitsüchtig. Bei manchen spitzen sich die Charaktereigenschaften zu: Ein ohnehin ordentlicher Mensch wird regelrecht pedantisch. Oft ziehen sich Betroffene aus dem familiären und sozialen Leben zurück.

(X) Antriebslosigkeit

Die Betroffenen verlieren Energie, sind kraftlos, werden inaktiv und haben keine Lust auf Neues. Ihr Interesse an Hobbys und sozialen Kontakten erlahmt.


06. Wie wird die Alzheimer-Krankheit behandelt?


Eine Heilung der Alzheimer-Krankheit ist derzeit nicht möglich. Trotzdem muss man dem geistigen Zerfall nicht tatenlos zuschauen. Je früher die Alzheimer-Krankheit erkannt und behandelt wird, desto besser ist die Chance, den Krankheitsprozess zu verlangsamen. Jedoch lässt sich nach bisherigem Wissenstand auch mit der effektivsten Therapie der Verfall der geistigen Leistungsfähigkeit nur durchschnittlich ein Jahr verzögern. Alzheimer ist eine ständig fortschreitende Erkrankung. Als Erfolg muss deshalb bereits gewertet werden, wenn sich der Zustand der Patienten nicht verschlechtert oder wenn der geistige Verfall verlangsamt wird. Arzneien, die das Absterben der Nervenzellen verhindern könnten, gibt es bisher noch nicht.

Ziel der Bemühungen ist es, die Alltagskompetenz der Betroffenen möglichst lange zu erhalten. Dazu werden hauptsächlich Medikamente eingesetzt, aber auch Physiotherapien, wie Krankengymnastik oder Ergotherapie. Die Therapie von Alzheimer bedarf viel Erfahrung. Deshalb ist es wichtig, dass der Patient in speziellem Instituten oder von erfahrenen Fachärzten behandelt wird.

Die vielversprechendsten Medikamente für die beginnende Alzheimer-Krankheit sind zur Zeit die Acetylcholinesterase-Hemmer (AChE-Hemmer). Diese Arzneien helfen, den Signalaustausch zwischen den überlebenden Nervenzellen zu verbessern. Sie steigern die Verfügbarkeit des Signalstoffs Acetylcholin, in dem sie das Enzym Acetylcholinesterase blockieren, das im normalen Gehirnstoffwechsel das Acetylcholin abbaut. Sie sind jedoch nur im Frühstadium der Erkrankung sinnvoll.

Für die bereits mittelschwere bis schwere Demenz zeigen NMDA-Antagonisten die besten Erfolge. Sie verhindern die Nervenüberreizung durch den Botenstoff Glutamat. Ein Zuviel dieses Botenstoffes schädigt die Nervenzellen und lässt sie zugrunde gehen.

Es gibt eine Reihe von Medikamenten, die auf unterschiedliche, oft auch nicht genau bekannte Art die Gehirnleistungen verbessern sollen. So sollen Extrakte des Ginkgo-Baums das Gehirn besser mit Sauerstoff und Glucose versorgen, indem sie beispielsweise die Durchblutung fördern. Kalzium-Antagonisten sollen den gestörten Kalzium-Stoffwechsel der Nervenzellen normalisieren und dadurch die Weiterleitung von Informationen verbessern.

In wie vielen Fällen und im welchem Maße mit diesen Substanzen tatsächlich eine Verbesserung herbeigeführt werden kann, lässt sich nicht pauschal in Zahlen fassen. Ein Behandlungsversuch lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn er vielleicht nicht zu deutlichen Veränderungen führt. Da die Alzheimer-Demenz laufend fortschreitet, ist auch ein Stillstand der Erkrankung bereits ein Behandlungserfolg.

Manchmal sind zusätzlich Medikamente gegen Unruhe oder Schlafstörungen gegen parkinsonähnliche Bewegungsstörungen oder Depressionen notwenig.

Sehr erfolgversprechend ist auch die Physiotherapie. Dazu kann Krankengymnastik ebenso beitragen wie die systematische Nutzung handwerklicher und künstlerischer Fähigkeiten unter Anleitung eines Spezialisten (Ergotherapie). Sinnvoll sind auch spezielle Behandlungsformen, wie sie in den von Psychologen und Sozialarbeitern betriebenen Gedächtniskliniken betrieben werden. Voraussetzung einer solchen Behandlung ist, dass sie den Patienten fördern und nicht überfordern.


07. Wie kann man der Alzheimer-Krankheit vorbeugen?


Offizielle Empfehlungen zur Vorbeugung gibt es nicht. Aus großen epidemiologischen Untersuchungen weiß man jedoch, dass Frauen, die über viele Jahre hinweg eine Hormonersatztherapie mit Östrogenen erhalten haben, deutlich seltener an Alzheimer erkranken. Einen ähnlichen Effekt fand man bei Schmerzpatienten, die lange Zeit Acetylsalicylsäure oder ähnliche entzündungshemmende Medikamente eingenommen haben. Manche Alzheimer-Forscher schwören auf hohe Dosen von Vitamin E und anderen Antioxidantien, die schädliche Stoffwechselprodukte (Radikale) abfangen können. Schließlich gibt es Studien, die darauf hindeuten, dass geistig rege Menschen die Folgen der Alzheimer-Krankheit länger kompensieren können als andere.


08. Wie ist die Prognose?


Vom Zeitpunkt der Diagnose an leben die meisten Patienten noch etwa vier bis acht Jahre, einige aber auch bis zu 20 Jahre. Je früher die Krankheit einsetzt, desto schneller ist meistens auch ihr Verlauf. Mit Medikamenten und anderen Therapiemaßnahmen kann diese Entwicklung in vielen Fällen verlangsamt werden. Gelegentlich kommt es dabei auch zu einer vorübergehenden Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit. Früher oder später werden die Patienten jedoch alle pflegebedürftig, was für die Angehörigen eine psychische Belastung darstellt.


Weitergehende Informationen können Sie auf der Webpage der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. erhalten.